Strompreisentwicklung
Seit Beginn der Geschichte der Strompreise ist eine stetige Preissteigerung zu verzeichnen. Daran sind nicht nur die eigentlichen Strompreise schuld, vielmehr hat der Staat hier ebenfalls seine Finger im Spiel. Die auf den Strom zu zahlenden Abgaben und Steuern belaufen sich auf einen inzwischen 40prozentigen Anteil, der an den Kunden weitergegeben wird. Dazu kommt der Preis für die Erzeugung des Stroms und die Nutzungskosten für die Netze. Selbst die staatliche Förderung für die Erzeugung von Ökostrom wird durch die andererseits zu zahlenden, hohen Abgaben fast aufgefressen.
Der Staat hat sich in der Vergangenheit zwar häufig eingemischt, um einen fairen Wettbewerb im Stromsektor zu erreichen, jedoch blieben viele Bemühungen erfolglos bzw. brachten für den Verbraucher und die Anbieter keinerlei Vorteile. Der Staat greift zwar ein mit der Prämisse, dass der Strom für jedermann bezahlbar bleibt, aber letztendlich entwickelte sich der Strompreis in den letzten 30 Jahren in derartige Dimensionen, dass es in der heutigen Zeit besonders sozial schwachen Menschen schwerfällt, das Geld für den lebensnotwendigen Strom aufzubringen.
So wurde Ende der 80er Jahre das Liberalisierungsgesetz auf den Weg gebracht, welches den Wettbewerb unter den Stromanbietern ankurbeln und sich gleichzeitig positiv auf die Preispolitik auswirken sollte. Der positive Effekt war allerdings nur von kurzer Dauer. Im Ergebnis wurden kleinere Anbieter von großen Unternehmen aufgekauft. Damit wurde die Konkurrenz auf dem Markt immer geringer. Zuletzt blieben vier Großunternehmen übrig, die untereinander die Preise anglichen und fast freie Hand hatten, wenn es um die Festlegung der Strompreise ging.
Im Jahre 2008 griff der Staat abermals ein, mit der Anwendung des Kartellrechtes auf den Strommarkt. Aufgrund dieses Rechtes darf eine Regulierung der Strompreise durch die staatliche Hand erfolgen, sollte ein Anbieter immens hohe Preise für seinen Strom verlangen. Wiederum erhofft man sich dadurch die Ankurbelung des freien Marktes im Stromsektor. Gegenwärtig geht diese Rechnung auf. Strom ist zurzeit zu „Dumpingpreisen“ zu bekommen.
Neben diversen Billigstromanbietern geht der Trend ebenfalls zu Ökostrom, dem sogenannten sauberen Strom, der wiederum seinen Ursprung und seine Popularität in den Klimaschutzbestimmungen (Kyoto-Vertrag) in den letzten Jahren hat.
